Der heutige Tag startet in Oberdorf mit noch milden 20°C. Anstelle der Weissensteinbahn gehe ich zu Fuss los. Über eine nicht ganz einfach zu entdeckende Wegspur verlasse ich schon nach wenigen Minuten den breiten Forstweg. Es geht direkt steil hoch und ich gewinne schnell an Höhe. Nach den ersten rund 300 Höhenmetern erreiche ich die Geissflue. Ein Bänkchen lädt zum verweilen ein und bietet einen Ausblick auf die Alpen. Es geht weiter steil hoch über Stock und Stein. Stellenweise erinnert der Weg eher an einen Zustieg zum Klettern. Die Sonne versteckt sich noch ein wenig hinter den Wolken. Unterwegs überrasche ich eine Gämsenfamilie, die erschreckt davonspringt. Der Weg wird langsam weniger steil und ich erreiche das Chalet Geissflue. Nun geht’s fast ebenwegs weiter und ich erreiche den Wanderweg. Dieser führt mich dann hoch bis zur Hasenmatt. Der Ausblick von hier oben lohnt sich immer wieder. Die komplette Stille, gestört von Kuhglocken fühlt sich richtig gut an. Nach einem kurzen Abstieg geht’s wieder hoch bis zur Stallflue. Auf Höhe des Plutos, des Planetenwegs, steige ich über die Kuhweide hinunter und folge einer Wegspur im Cholgraben. Die Sonne hat die Luft bereits aufgewärmt, aber im Cholgraben fühlt es sich angenehm an. Ich verlasse den Graben Richtung Subigerberg, wo ich meinen letzten Aufstieg zum Oberdörferberg in Angriff nehme. Dieser wird Kräfte zerrend in der Hitze und ich bin froh als ich die Höhe erreiche. Als nächstes gehe ich zur Bergerie d'Eschert. Der Weg dorthin ist nicht ganz eindeutig und eine Wegspur teilweise kaum erkennbar. Ich steige hinab Richtung La Combe und treffe auf ein Absperrband. Ich frage mich kurz, ob ich dies beachten sollte und entscheide mich dagegen. Plötzlich treffe ich auf umgefallene Bäume und überall liegen Stämme und Äste. Der Weg liegt irgendwo darunter und ist nicht begehbar. Nun wird mir auch der Grund für die Absperrung klar. Langsam klettere ich über die Bäume und ein Bachbett bis ich wieder den Weg finde. Ein Glück kannte ich diesen Weg schon von früheren Wanderungen. Nun steige ich stetig hinab bis nach Moutier. Im Felsen prangt ein frisch aufgemaltes Jura-Wappen. Die Abstimmung zum Wechsel in den Kanton Jura ist noch nicht lange her und schon wurde das alte Wappen übermalt. Wenn auch einige Häuser nach wie vor die Berner Fahne draussen haben. Nach rund 1200 Höhenmeter und 7h wandern bin ich am Bahnhof, wo mich der Zug zurück nach Oberdorf bringt.








